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APV Graz

Aktivitäten 2002
APV Abend Teufelberger
11. Dezember 2002

Seile sind nicht gleich Seile. Vor allem in der Papierindustrie.

Über dieses interessante und für viele Teilnehmer unbekannte Thema klärte uns die in diesem Segment
weltmarktführende Firma Teufelberger auf.
Das Familienunternehmen Teufelberger besteht aus ca. 550 Mitarbeitern, die in 4 Werken (davon zwei in Wels, dem Unternehmenssitz und jeweils eines in Niederösterreich und der Tschechei) einen Jahresumsatz von EUR 80 Mio leisten. Produkte, dieser Firma, die auf 200 Jahre Erfahrung zurückgreifen kann, sind hauptsächlich:
- Stahlseile für Seilbahnen, Offshorebereiche (Bohrinseln etc) und Kräne
- Verpackungsseile: PE Umreifungsbänder
- synthetische Seile für Segelboote, belastungsstarke Seile (Trimm-Dich Geräte, Rasenmäherstartseil) und die Papierindustrie

Die Sparte Kletterseile mit dem Markennamen 'Teufelberger Edelweiss' wurde abgegeben. Die Spezialisierung auf die noch vorhandenen Abteilungen stand dabei im Vordergrund.

Auch wenn viele moderne Papier- und Streichmaschinen die meisten freien Züge ohne einer Seilaufführung überwinden, ist diese Methode der Papieraufführung unabdingbar.
Die Idee der Seilaufführung entstand etwa 1930, als man begann Schiffstaue entlang der Zylinder zu führen. Zwei Taue laufen mit den Walzen in einem kleinen Spalt am Rand mit. Das Papier wird dann zwischen die beiden eng aneinanderliegenden Seile eingeklemmt und so durch die Partie gezogen. Durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Partien ist es nötig für jede Gruppe eine eigene Seilführung zu installieren. Der Übergang zwischen den beiden der Seilgruppen ist auch heute noch ein hotspot an Fehleranfälligkeit.

Die Seile selbst werden 'gespleist'. D.h. die Enden der Seile werden nicht einfach verknotet oder mit einer Hülse fixiert, sondern werden 'ineinander' gesteckt und haften so durch Eigenreibung. Dadurch ist die Verbindung sehr dünn sowie schnell und einfach herzustellen. Das Fasermaterial besteht aus Polyamid. Dieses Material besticht durch eine gute Wärmebeständigkeit (bis zu 150°C) , niedriger Dehnung (< 1,5% bei 100kg) und einer guten Farbstabilität.
Erhöhter Verschleiß der Seile entsteht oft durch falsche Seilspannung und/oder unabsichtliche Überkreuzung der Seile. Auch bei richtiger Handhabung müssen die Seile im Schnitt ca. alle 3-4 Wochen gewechselt werden.

Wir bedanken uns sehr herzlich für den Vortrag und die Einladung zu einer anschließenden Stärkung.

 



Autor: Christoph Knauer


 
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