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APV Graz

Aktivitäten 2005
Herbstexkursion
3. November 2005 bis 4. November 2005
SCA Laakirchen - Voith Paper St. Pölten - Mondi Business Paper Theresienthal

Voith-Walzenservice Laakirchen am 02. November 2005

Erste Station unserer Herbstexkursion in diesem Jahr war Voith-Laakirchen.
An diesem Standort ist das gesamte Walzenservice des Voith-Unternehmen beheimatet, welcher bereits im Jahr 1990 gegründet wurde.
Zurzeit sind in diesem Werk ungefähr 183 Personen beschäftigt.

Bei einem interessanten Vortrag von Herrn Josef Stocker wurde uns einiges zur Entstehungsgeschichte des Werkes sowie neue Innovationen des Unternehmens näher gebracht.
Ein wichtiger Grund für die Standortwahl war die Nähe zu unzähligen Papierfabriken, welche den Kunden eine rasche Serviceabwicklung garantiert.
Auf rund 11000 m2 sind Büro- und Produktionsflächen untergebracht; nur die F&E Abteilung für die Walzentechnologie hat ihren Sitz im nahe gelegenen Wimpassing.
Pro Jahr werden hier ungefähr 2500 Walzen bearbeiten.
Als wesentliche technologische Erneuerungen gelten die 1991 eingeführten Walzenbezüge sowie die 1994 entwickelten thermischen Spritzbezüge.

Nach den Vorträgen konnten wir bei einem Rundgang durch das Werksgelände die Produktionsanlagen genauer besichtigen.

Wir möchten uns hiermit herzlich bei Herrn Stocker für seine aufgewendete Zeit bedanken.

Voith-St. Pölten am 02. November 2005

Als zweite Station der Herbstexkursion besuchten wir wieder den Voith-Standort in St. Pölten.

Den einleitenden Vortrag hielt Herr Christian Schrofler, in welchem es um die grundlegende Struktur des weltweit tätigen Voith-Unternehmens ging.
Die Unternehmensstruktur von Voith liegt in folgender Weise vor:

- Voith Paper -> Papiertechnik
- Voith Siemens Hydro Power -> Energietechnik
- Voith Turbo -> Mobilität
- Voith Industrial Service -> Servicetätigkeiten

Insgesamt sind im Voith-Konzern um die 30.000 Mitarbeiter beschäftigt, wovon in der Papiertechnik 10.000 tätig sind.
Diese Sparte erwirtschaftete im letzten Jahr einen Umsatz von ungefähr 1749 Mio €.
Bereits 30% der weltweiten Papierproduktionen laufen auf Voith-Maschinen ab. Diese Zahl verdeutlicht den hohen Marktanteil von Voith-Produkten am Weltmarkt für Papiertechnik.
Um das papiertechnische Know-how besser einsetzen zu können befasst sich der Standort St. Pölten vorwiegend mit Karton & Verpackungsmaschinen. Das Werk Heidenheim kümmert sich dabei um grafische Maschinen.

Im Anschluss präsentierte Herr Uwe Knotzer einige Voith-Produkte anhand der neu gebauten BM1 Buhoi. Er stellte dabei verwendete Komponenten sowie auch alternativ oder zusätzlich mögliche Positionen vor.

- Duo Shake (Siebschüttelung)
- Edge Cleaner (Randbeschnitt findet bereits bei der Decke statt)
- Edge Trim
- Nip Water Handling
- Dry Star
- Duo Cleaner & Duo Cleaner Express
- Voith Drive

Als Abschluss zu seiner Präsentation folgte ein digitaler Bildervortrag, welcher den Alltag von Inbetriebnehmern des Voith-Unternehmens in China darstellte. Dabei stand neben der beruflichen Tätigkeit auch die interkulturelle Komponente eines solchen Auslandsaufenthalts im Mittelpunkt der Betrachtung.

Den angebrochenen Abend verbrachten wir gemeinsam mit einigen Voith Mitarbeitern bei einem Heurigen in der Umgebung von St.Pölten.

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Vortragenden!

Voith-St. Pölten am 03. November 2005

Den Vormittag verbrachten wir bei der Firma Voith in St. Pölten. Den ersten Vortrag hielt Norbert Karner zu dem Thema "Stage-Gate-Process". Dabei handelt es sich um eine Art des Innovationsmanagements mit dem Ziel, dass es nach der Entstehung einer Idee zu einer erfolgreichen, schnellen Entwicklung und zu einer richtigen Platzierung am Markt kommt. Der Vorteil dieses Systems ist, dass der Projektleiter nach einem bestimmten Rezept vorgehen kann, und dass der Entscheidungsträger eine bestimmte Basis für seine Entscheidungen hat. Es gibt fünf Stufen, wobei es nach jeder zu einer weiteren Entwicklung und Detaillierung kommt, sofern das Projekt die Kriterien für die neue Stufe erfüllt. Dadurch ist sicher gestellt, dass nur wirklich Erfolg versprechende Ideen weiter verfolgt und entwickelt werden, und dass nicht Ressourcen für nicht realisierbare Projekte verschwendet werden. Geld wird erst dann investiert, wenn man entschieden hat, dass das Projekt sinnvoll ist. Entscheidungsträger sind dabei nicht nur die Mitarbeiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, auch Marketing, Verkauf, Service, Vertrieb, Controlling und Finanzabteilung werden eingebunden.

Den zweiten Vortrag hielt Christoph Haase über den Boost Dryer. Dieses Projekt wird seit dem Jahr 2000 von Voith bearbeitet. Es handelt sich um einen neuen Dampf beheizten Zylinder, welcher bei Umbauten in der Trockenpartie eingebaut werden kann. Dieser neue Zylinder ist zu ¾ von einer Wasserhaube umgeben, welche durch ein Stahlband gegen das Trockensieb abgedichtet wird. Das Wasser aus der Bahn verdampft und kondensiert an der Wasserhaube. Durch das kondensierte Wasser wird die Papierbahn zusätzlich auf den beheizten Zylinder gedrückt, das kondensierte Wasser wird anschließend über das Trockensieb ausgetragen und verdunstet in der Trockenhaube. Das bringt eine sehr hohe Trockenleistung auf kleinem Raum, wodurch es sehr gut für Nachrüstungen zur Produktionssteigerung geeignet ist. Der zusätzliche Druck durch das kondensierte Wasser bringt eine verstärkte Zweiseitigkeit mit sich. Dies ist bei Verpackungspapieren teilweise sogar von Vorteil. Der Einsatz liegt in der Hauptverdampfungszone, da sich hier die größten Wirkungsgrade erzielen lassen.
Derzeit haben diese Zylinder einen Durchmesser von einem Meter, geplant sind bis zu drei Meter, da sich dadurch eine längere Verweilzeit ergibt.
Ein weiteres Projekt, das vorgestellt wurde ist der Rapid Dryer. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine neue Art des Trocknzylinders, welcher nachträglich in die Trockenpartie eingebaut werden kann. Der Zylinder hat einen sehr geringen thermischen Widerstand, wodurch die Trocknungsrate wesentlich höher ist. Tests zeigten, dass er mindestens 50 % mehr Trocknungsleistung gegenüber herkömmlichen Trockenzylindern hat.

Den dritten Vortrag hielt Günter Hodoureck zum Thema Qualitätssicherung und Outsourcing. Dabei ging es um die Prozesse von der Kundenanfrage bis zum Auftragseingang. Die Einteilung in Marktgebiete spielt dabei eine entscheidende Rolle, da eine Kundenpflege vor Ort so möglich wird.
Nachdem eine Kundenanfrage eingeht, kommt es zu einer ersten Entscheidung, wie detailliert das darauf folgende Angebot sein wird. Faktoren, wie Risiko, Kundenbindung, Termin und strategische Aspekte gehen hier ein. Erst nach einer Projekt- Risiko- Analyse kommt es zur Projektierung.

Der APV dankt der Firma Voith für die interessanten Vorträge!

ÖZEPA Papierfachexkursion zu Mondi Business Paper Austria AG

Am Nachmittag des 03. November begann die diesjährige ÖZEPA-Fachexkursion, welche dieses Jahr von Mondi Business Paper Austria AG veranstaltet wurde. In interessanten Vorträgen wurde die Firma vorgestellt. Weiters wurde von neuen Entwicklungen und Umbauten berichtet. Das Werk in Hausmenning bekam eine völlig neue Ausrüstung mit einmaliger Logistik für eine flexiblere Produktion und Lieferung. In Kematen wurde die PM 3 umgebaut, was eine erhebliche Produktionssteigerung möglich machte.

Der Abend klang bei einem gemütlichen Abendessen im Hotel Kothmühle aus.

Der APV dankt der ÖZEPA und Herrn Kollmar sehr herzlich für die Einladung zum Esse und bei Mondi BP Herrn Ing. Karl Grill für die Übernachtung.


Am 2. Tag der Österreichischen Papierfachexkursion stand der Besuch des Werkes Theresienthal auf dem Programm.
Nachdem alle Teilnehmer der Tagung in einzelne Gruppen aufgeteilt wurden, konnte das Werk im Allgemeinen kurz vorgestellt werden.


Geschichtliches zur Mondi Business Paper Austria AG

Mit der Errichtung einer "Papierfabrik für feinere Papiere" im Jahr 1793 in Klein-Neusiedel wurde der Grundstein für den Standort gelegt. Im Weiteren wurde dieser Standort auf "Neusiedler" umbenannt.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Papierfabrik Theresienthal und die Papier- und Zellulosefabrik Kematen in das Unternehmen integriert. Am 1. Oktober 2002 wurde schließlich der operative Betrieb der Papierfabrik Theresienthal, der Papierfabrik Kematen und der Ybbstaler Zellstoff GmbH von der Mondi Business Paper Austria AG übernommen.


Ausrüstung der Standorte

Insgesamt produzieren die Standorte Kematen und Ulmerfeld-Hausmening 370.000 Tonnen Papier pro Jahr. Die Ausrüstungskapaziät für A3, A4 und SF beträgt 330.000 und für die Großformate 60.000 Tonnen Papier pro Jahr.
Es werden 4 Papiermaschinen betrieben (PM 3, PM 4, PM 5 und PM 6), welche im Jahr ca. 342 Millionen Euro im Jahr erwirtschaften.
Insgesamt beschäftigen diese zwei Standorte 857 Mitarbeiter.


Flex 05: Projekt für die Steigerung von Produktivität und Flexibilität

Im Zuge der Werkrundführung Theresienthal wurde den Teilnehmer auch das Projekt Flex 05 vorgestellt.
Hierbei handelt es sich um ein Konzept zur Optimierung und Flexibilisierung des Gesamtprozesses der Papierfabrifikation.
Zu den Herzstücken dieses Projektes gehören:
# Mutterrollenlager
6.050 Rollenstellplätze für 18.500 Tonnen Papier
# A4-Schneidelinie
Für eine Produktion von 517 Tonnen Papier pro Tag bzw. 180 Riese pro Minute
# Palettierzentrum
120 Paletten pro Stunde

Dies alles konnte im Zuge der Führung betrachtet werden.

Nach ca. 2 ½ Stunden Rundgang lud die Mondi Business Paper Austria AG zu einem Abschlussbuffet im werkseigenen Gästehaus ein.


Abschließend möchte ich mich im Namen aller Teilnehmer des APV sehr herzlich für die äußerst gelungene und lehrreiche Papierfachexkursion bedanken.

 



Autor: Paul Wratschko (2x), Lisbeth Kappel, LIsbeth Kappel & Julia Schlagintweit


 
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