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APV Graz

Aktivitäten 2015
Herbstausflug
12. November 2015 7:00 Uhr bis 12. November 2015 20:00 Uhr
Obersteiermark

Als kleine Exkursion fürhte es uns diesen Herbst zu 2 steirischen Unternhemen, die in der Papierverabeitenden Industrie bzw. als Zulieferer tätig sind.

 

Mit 19 Teilnehmern konnten wir uns auch nicht hinsichtlich des Interesses nicht beklagen.

Besichtigung der IBS Teufenbach


Im Zuge des Herbstausfluges am 12. November 2015 besuchten wir das Hauptquartier der IBS in Teufenbach. Bei Ankunft wurde wir vom Technischen Direktor Herrn Erich Weitgasser herzlich empfangen und in den Konferenzraum des Standortes gebeten. Nach einem Präsentation über die Geschichte und derzeitigem Portfolio des Unternehmens erhielten wir eine Werksführung. Den Abschluss bildete ein ausgezeichnetes Buffet im Hauptgebäude mit netten Gesprächen über Studium und Wirtschaft.


Geschichte

  • 1967 Gründung der IBS Kunststoffwerke durch Heinrich Bartelmuss in Teufenbach mit einem Startkapital von umgerechnet 10.000€
  • 1968 Präsentation des weltweit ersten einteiligen Keramikbelages → damaliger Mitarbeiterstand von 4 Mitarbeitern
  • 1976 Einrichtung der Zweigstelle Niederwölz
  • 1979 Gründung der ersten Tochterfirma IBS of America Corp. In Cheasepeake Virginia USA mit einem Mitarbeiterstand von 60 Mitarbeitern
  • 1981 plötzlicher Tod des Firmengründers → Übernahme des Unternehmens durch die Söhne Klaus und Heinz Bartelmuss
  • 1985 Eröffnung des Verkaufsbüros in Hongkong und die Markteinführung der Turn-Up Systeme
  • 1990 Erwerb der JUD AG in Lichtenstein und JUD Corp. In den USA → der Mitarbeiterstand beträgt nun 140 Mitarbeiter Weltweit
  • 1991 IBS Asia wird in Singapur gegründet und ersetzt das Verkaugsbüro in Hongkong
  • 1993 Erwerb der Maschinenfabrik Berger in Knittelfeld
  • 1998 Gründung IBS Japan als Verkaufs- und Servicebüro → Mitarbeiterstand erhöht sich auf 230 Mitarbeiter
  • 2000 Gründung des IBS Service Centers in Finnland und Erwerb von James Ross Ltd. In Canada → Produkterweiterung Schaber und Spritzrohre
  • 2001 Gründung des Service Centers IBS Indonesien
  • 2004 Gründung der IBS China als Produktions- und Servicestandort nahe Shanghai
  • 2007 Gründung der IBS do Brasil
  • 2008 Übernahme der Technologie von Hans U. Jakob Schweiz und Integration der Produkte Dampfblaskästen und Rückbefeuchtungssysteme → Das Unternehmen ist auf 500 Mitarbeiter angewachsen und hielt zu dieser Zeit 85 Patente
  • 2010 Ausbau des Standortes Teufenbach und Inbetriebnahme der Papierbandmaschine
  • 2012 Klaus Bartelmuss übernimmt durch Kauf die Anteile seine Bruders und ist nun 100% Eigentümer der IBS PPG
  • 2014 Übernahme der Firmen Ecoworld in Scheifling und PGA-Anlagenbau in Wernburg
  • 2015 Akquisition der Firmen Transphase Ltd (Vancouver) und PMS (Offenburg)


Aktuelle Unternehmensstruktur
Die IBS beschäftig derzeit ca. 650 Mitarbeiter an 15 Niederlassungen Weltweit (Abbildung 13). Darunter fallen 50 Servicetechniker, 30 Mitarbeiter im Bereich F&E und Konstruktion sowie 20 Anwendungstechniker und Papiermacher.

Produktgruppen
Das Unternehmen unterteilt sich in sieben Produktgruppen, wovon nicht alle dem Bereich Pulp & Paper unterzuordnen sind.

·    Energie & Performance

Zu diesem Bereich gehören Systeme wie der optimierte Siebtisch (iTABLE®), Produkte zur Vakuumoptimierung, Leistungen im Bereich der Optimierung bestehender Anlagen und nicht zu Letzt auch die Umsetzung der LED Technologie

·    Entwässerungssysteme

Das ursprüngliche Kerngebiet des Unternehmens lag im Bereich der Keramikleisten für Entwässerungsmaschinen. Nun stellt die IBS nicht mehr nur die Beläge sondern auch diverse vollständige Entwässerungslösungen her.


·    Bandspanner und Bandlaufregler


·    Schaber und Spritzrohre


·    Technische Verschleißteile


·    Spezialprodukte

Die Einsatzbereiche der Spezialprodukte sind über einen weiten Bereich der Papierherstellung gestreut und gehen darüber hinaus. Eine dieser augenscheinlichen Spezialprodukte sind LED Lampen. Dieses Produkt wurde in das Portfolio aufgenommen als es in der Papierindustrie schwieriger war an Aufträge zu kommen. Anstatt Mitarbeiter abzubauen, setzt man auf den Bau von LED Lampen. Weitere Spezialprodukte sind Randbegrenzungssysteme für Siebpartien, Dampfblaskästen, das Turn-up System, online PDC™ und der iFIBRE™.


·    Technische Serviceleistungen


Danksagung
Die Teilnehmer des APV Herbstausfluges 2015 bedanken sich herzlich bei Herrn Erich Weitgasser für die Präsentation der IBS Paper Performance Group für die Führung durch die Fertigungsbereiche des Standortes Teufenbach, welche uns tiefe Einblicke in das Unternehmen ermöglichten.

 

Mondi Coating Zeltweg


Am Nachmittag fuhren wir weiter zu unser zweiten Fima, Mondi Zeltweg. Dort wurden wir vom Standortmanager und dem HR-Manager begrüßt.

Der Standort Zeltweg ist in drei Sparten, die als eigene Firmen innerhalb des Mondi-Konzerns operieren geteilt.


·    Mondi Bags
·    Mondi Styira
·    Mondi Coating


Alle drei Firmen teilen sich die Verwaltung und die HR-Abteilung.


Mondi Bags verarbeitet Kraftsackpapier zu Säcke, die vorwiegend in der Zementindustrie verwendet werden.


Mondi Styria, ehemals NapiAg ist ein Spezialist für Extrisions-Kunststoffe, die im Blasverfahren hergestellt werden. Es werden bis zu 9-14-Lagige Spezial-Folien hergestellt, die vor allem in der Lebensmittelverpackung, besonders für Speck und andere Fleischhaltige Räucherprodukte, Anwendung finden. Besondes wichtige Eigenschaften sind hier eine definierte Atmungsaktivität kombiniert mit antibakteriologischen und aromadichten Oberflächen.


Mondi Coating ist auf Veredelung von unterschiedlichen Papieren durch PE und PE-Co-Extrusion spezialisiert. Die Anzahl der Mitarbeiter ist stabil und beträgt 115.

Nach einer sehr interessanten Einführung über den Mondi-Konzern und einer Verpflichteten Hygiene-Belehrung stellte uns der Produktionsleiter, Albin König gemeinsam mit seiner Technologin, Michaela Schreibmeier die unterschiedlichen Produkte vor.

 

Geschichte

  • 1929: Gründung des Standortes als Teil der Frantschach Gruppe. Es wurden Säcke für die Zementindustrie hergestellt
  • 1955: Am Standort wird die europaweit dritte Extrusionsmaschine zum Beschichten von Papier mit PE errichtet.
  • 1956: Der Lizenzvertrag mit Tetra-Pack wird unterzeichnet. Fortab wird vor allem für Getränkekartons Porduziert
  • 1982:Die erste Co- Extrusionsmaschine, die eine gleichzeitige Beschichtung mit einer 2-Lagigen PE-Schicht ermöglicht wird errichtet
  • 1989: Die 1982 errichtet Linie wird zu einer Tandem-Maschine umbebaut. Damit sind 2 hintereinander angeordneten Beschichtungen möglich.
  • 1999
    • Eine weiter Tandem-Maschine wird angeschafft
    • Die Produktion wird über 300 mio m² im Jahr gesteigert
  • 2004: Die Produktion wird über 400 mio m² im Jahr gesteigert

Produktion
Mondi Coating hat sich auf höher-Spezialisierte Produkte für den Lebensmittel und Pharmabereich spezialisiert. Es wird in HACCP zertifizierten Umgebungen gearbeitet, alle MA und Besucher müssen vor Betreten der Produktion die Hände Desinfizieren und Haarnetzte tragen. Lebensmittel dürfen in die Produktion nicht mitgebacht werden.

Der Grundsätzliche Aufbau einer Extrusionsmaschine stellt sich wie folgt dar:

  • Abrollung der Substrates, meistens Testliner, Kraftliner oder Kunststoff-Folie
  • Flying Splyce am Abroller zum Rollenwechsel ohne Anhaltun der Produktion
  • Traversierendes Messsystem mittels β-Stahler zur Flächengewichtserfassung
  • Aufladen der Oberfläche durch eine Corona-Behandlung
  • Applizieren der 3-Lagigen PE-Folie
  • Es wird eine Dreilagige PE-Schicht über einen Kleiderbügel-Extruder auf das Substrat aufgebracht. Gleichzeitig wird eine weitere Folie (meistens Aluminium) in den Spalt miteingeführt.
  • Über eine Kühlwalze, deren Umschlingungswinkel variiert werden kann, wird die ~350 Grad heiße PE-Schicht abgekühlt
  • Applizieren der zweiten PE-Folie
  • An einem Zweiten Extruder kann dann eine weitere PE-Schicht appliziert werden.
  • Aufrollung der Beschichteten Folie

Das Ergebnis ist eine Beschichtung des Substartes mit einer 4-Lagigen Schicht und einer z.B. Alufolie

Link zum Mondi-Produktionsvideo


Produkte


Composite-Cans:
Als Substrat wird wird Weißgedeckter Testliner verwendet. Eine 3-Lagig Schicht bestehend aus einer aroma-Barriere, Feuchtigkeitsbarriere wird zwischen dem Liner und der Alu-Folie appliziert. Als Zweite Schicht wird eine PE-Schicht, die vor allem Reibung in der Spiralsode Reduzierten soll appliziert. Einer der Hauptabnehmer dieses Produktes ist Kellogg mit seinen bekannten Pringles-Chips.


Cooling-Facers:
Als Cooling-Facers wird die Rückseitig Abdeckung einer Kühlschrankwand bezeichnet. Auf die Kühlschankwand wird ein PU-Schaum aufgebracht, dieser PU-Schaum wird mit diesem Facer abgedeckt. Wichtig sind hier neben der Beständigkeit die Wärmeleitzahlen und Feuchtigkeistbeständigkeit.


Foaming-Facers:

Ähnlich wie bei Kühlschenkrückwänden wird ein Facer für eine Extrudierten Schaum erzeugt, der als Abschluss von Dämmplatten dient. Der Vorteil von Dämmplatten, die mittels PU-Extrusion erzeugt werden, und dann als Oberfläche diesen Facer haben ist eine deutlich bessere Dämmeigenschaft als vergleichbare Standard-Dämmplatten, da sie Alu-Schicht zusätzlich noch reflektieren für die Wärmestrahlung wirkt.


Sanocoat:

Sanocoat ist ein Co-Extrudiertes Papier (ohne Alufolie), dass durch seinen 5-Lagigen Aufbau sehr gute Eigenschaften für die Lagerung von Aufschnittprodukten wie Wurst, Käse etc. hat. Versuch haben ergeben, dass eine Lagerung in dieser Verpackung die Haltbarkeit signifikant verlängert.


Danksagung

Wir möchten uns bei Mondi coating Zeltweg für die Interessante Führung und den Einblick in die Verpackungswelt bedanken


 

 



Autor: Oliver P. Hunstein, Daniel Mandlez


 
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